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Sahara – Lara : Nun geht es in den Senegal !

Es ist Januar 2017 – also schon wieder ein Jahr vergangen seit unserer letzten Reise in die Sahara - und uns packt wieder das Reisefieber : Diesmal soll es weiter Richtung Süden gehen , das Ziel ist der Senegal und Gambia in Westafrika .

Das Packen des umgebauten Lkw fällt uns nicht mehr so schwer wie bei den Reisen zuvor , es sind doch im Wesentlichen die gleichen Sachen , an die gedacht werden muß . Dieses Mal erwarten uns allerdings höhere Temperaturen und auch ein besserer Mückenschutz ist notwendig , da der Senegal Malaria – Gebiet ist .

Lara weicht uns nicht mehr von der Seite , seit wir den Lkw packen : Sie kann die Abfahrt kaum erwarten und könnte platzen vor Freude , als es endlich losgeht . Der erste Teil der Reise führt uns wieder durch Frankreich und Spanien an die Meerenge bei Gibraltar , wo wir mit der Fähre nach Marokko übersetzen . Lara erkennt einige Plätze wieder - an denen wir schon in der Vergangenheit Pausen eingelegt haben - bereits bevor wir sie erreicht haben und wir fragen uns , woran sie sich wohl orientiert hat . Die Fahrt durch Marokko führt uns auf fast direktem Weg nach Süden : Da unser Ziel der Senegal ist , fahren wir auf den größeren Straßen , die wir auf den vergangenen Reisen nicht genutzt haben ,
um relativ zügig voran zu kommen .

Die letzten 1200 km entlang der Küste im Gebiet der Westsahara sind recht eintönig und die Straße auf großen Abschnitten eigentlich zu eng für 2 Lkw , die sich begegnen – trotzdem ist sie insbesondere von Lkw recht stark befahren , da das gesamte Gebiet der Westsahara über diese Straße vom nördlich gelegenen , ursprünglichen Marokko versorgt wird . Vor der Grenze nach Mauretanien lernen wir ein Pärchen aus Deutschland kennen , die mit ihrem Hund in einen Geländewagen unterwegs sind . Wir beschließen , gemeinsam weiter Richtung Süden durch Mauretanien zu fahren .

Der schwerste Zug der Welt - Lara hat ihn gesehenDer Grenzübertritt dauert etliche Stunden und wir sind froh , als wir es geschafft haben . In Nordmauretanien fahren wir nun entlang einer Eisenbahnlinie ca. 350km nach Osten . Auf der Strecke fährt der schwerste Zug der Welt und transportiert Eisenerz nach Westen an die Küste . Die Piste entlang der Bahn existiert nur noch stellenweise , es geht oft durch Weichsandfelder ohne Spuren und so müssen wir immer wíeder den Lkw „ausgraben“ und die Fahrt dauert 4 Tage . Immer wieder hören wir von weitem den Zug näher kommen , sehen ihn aber wegen der extrem staubigen , fast wie nebeligen Luft erst spät auftauchen – es ist ein tolles Erlebnis ! Menschen begegnen uns auf der Strecke fast gar nicht .


Weiter fahren wir Richtung Südwesten , wieder an die Westküste , um möglichst bald in den Senegal zu kommen : In Mauretanien fühlen wir uns zunehmend unwohl , wir haben das Gefühl , daß die Menschen unzufrieden und frustriert sind ( was angesichts ihrer Situation allerdings auch verständlich ist : Es ist ein reiner Wüstenstaat wo nicht viel wächst , viele Menschen haben Hunger , keine Arbeit und kaum Perspektiven ) . Die beiden Deutschen mit ihrem Hundchen fahren zurück nach Marokko , wir treffen sie dort wieder auf der Rückreise .

KIMG 4631urz vor der Grenze , dem Senegal - Fluß , ändert sich die Vegetation und auch die Tierwelt : Es gibt frischgrüne Pflanzen und Sumpfgebiete mit unzähligen Vogelarten wie Pelikane , Flamingos und Adler , aber auch jede Menge Warzenschweine sowie Wüstenkrokodile . Mit Grenzübertritt ändert sich das ganze Lebensgefühl : Die Menschen sind bunt gekleidet und fröhlich und strahlen eine Lebensfreude aus , die ihresgleichen sucht . Dieses tolle Gefühl begleitet uns während unserem gesamten Aufenthalt im Senegal und auch in
Gambia .

 

 

 



IMG 4609Lara ist hier der absolute Star : Nachdem wir wiederholt gefragt werden „ Was ist das ? “ und auf die Antwort „ Ein Hund “ mit Erstaunen reagiert wird , wird uns bewußt , daß es im Senegal nur sehr wenige Hunde gibt , und die haben alle helles , glattes Fell . Je weiter wir in entlegenere Gebiete kommen , desto öfter geht es uns selbst so , das wir wegen
unserer Hautfarbe bestaunt werden und insbesondere die Kinder unseren Anblick nicht fassen können .

Die Menschen leben in weiten Teilen des Landes noch sehr ursprünglich in Lehmziegelhütten mit runden Strohdächern , ohne Satellitenfernsehen und mit sehr wenig technischen Dingen .Im südlichen Senegal dürfen wir mit Hilfe einer sehr außergewöhnlichen Ausnahmegenehmigung mit unserem Fahrzeug 3 Tage lang einen 10 000 Quadratkilometer große Nationalpark erkunden – für Hunde ist der Zutritt eigentlich verboten . Es ist ein tolles Erlebnis , wir sehen unglaublich viele Tiere und auch Lara kommt wieder voll auf
ihre Kosten . Die Krönung ist ein Löwe , der direkt vor dem Fahrzeug den Weg kreuzt . In guter Erinnerung ist uns auch ein 70m hoher Wasserfall , unter dem wir duschen konnten – nach einer Dusche in Form einer Wassertonne mit Kaffeetasse und einem Bad im Gambia - River ein echtes Highlight .

Die Temperaturen von bis zu 46°C lassen sich recht gut aushalten : Es ist eine trockene Hitze , nicht vergleichbar mit der oft schwülen Hitze , die wir von zu Hause kennen .

Den Haustieren geht es im Senegal sehr gut : Sie werden nicht als Arbeitstiere geschunden sondern geachtet und gut behandelt , in der Regel laufen sie frei umher .

Auch das friedliche Miteinanderleben von Muslimen und Christen funktioniert im Senegal vorbildlich gut – oft steht eine Moschee neben einer Kirche und die Menschen akzeptieren den Glauben der anderen .

Im Norden des Landes stellen wir auf der Rückreise fest , daß ein Träger unseres Lkw aufgrund der extremen Geländefahrten gebrochen ist und wir fast den Aufbau verloren haben .Wir lassen ihn notdürftig schweißen und fahren von nun an möglichst materialschonend , was auf Teilen der Strecke nicht wirklich möglich ist .

Trotzdem kommen wir wieder gut nach Hause , dieses Mal muß das Fahrzeug allerdings komplett neu aufgebaut werden für die nächste Reise .

Der Lkw ist nun wieder fit , und wenn dieser Bericht erscheint werden wir – wenn alles so läuft wie wir uns das denken – im Iran unterwegs sein . Wir sind gerade wieder am Packen und Lara ist schon wieder ganz aufgeregt und freut sich – wie wir auch – auf die Reise ...

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